Mein (Fritz) erster Kontakt zum Leonberger entstand 1983 über einen Studienfreund, der mich eines Tages anrief und sagte, dass er einen Wurf Leonberger hätte. Ich konnte mir unter dieser Hunderasse nichts vorstellen. Bei meinem Besuch in Ahlen sah ich dann das erste Mal bewusst eine Hündin und einen Rüden (Vater und Mutter des A-Wurfs) und war von ihrer Erscheinung und ihrem Wesen beeindruckt. Da ich schon seit längerem überlegte, einen Hund anzuschaffen, entschied ich mich nach kurzer Bedenkzeit für diese Rasse.
So kam Apoll vom Campus Alison (genannt Artus) zu mir. Er entwickelte sich zu einem charakterstarken, ehrlichen Rüden, der andere Rüden aber nur auf Distanz duldete. Da Artus eher ein kleiner Vertreter seiner Rasse war, eignete er sich hervorragend zum Breitensport (THS), den wir dann auch erfolgreich wettkampfmäßig betrieben. 1987 bestand er die BH-Prüfung und die ZTP. Auf verschiedenen Ausstellungen im In- und Ausland konnte er sich platzieren. Leider bekam Artus im Alter von knapp 7 Jahren Knochenkrebs im rechten Hinterlauf und musste eingeschläfert werden. Aus dem B-Wurf bekam Artus 1988 seine Nichte Brisis vom Campus Alison an seine Seite. Sie war ein sehr liebes und freundliches Familienmitglied und hatte mit Ausstellungen nichts im Sinn. 1995 musste sie wegen Krebs eingeschläfert werden.
So lange ich (Anne) denken kann spielen Hunde in meinem Leben eine Rolle. Assy, eine Foxterrierhündin, war mein erster eigener Hund und begleitete mich 10 Jahre, von 1966 bis 1976.
Es war etwa 1966, als ich in einer Rassebeschreibung zum ersten Mal etwas über den Leonberger erfuhr. Mein Interesse war geweckt. Als ich dann kurze Zeit später solch einen Hund mit vier Kindern aus einem VW Käfer steigen sah, stand es für mich fest, wenn es ein großer Hund sein soll, dann ein Leonberger.
Es dauerte noch bis 1982, da kam Asco von Hombrechen, mein erster Leonberger ins Haus. Er
entwickelte sich zu einem großen und kräftigen Rüden, mit einem einwandfreiem Wesen, dem ich in allen Bereichen voll vertrauen konnte. Leider auch darin, dass er andere Rüden nicht besonders mochte. In den Richterberichten stand immer „ein junger Riese, der noch viel Zeit zum Reifen braucht. Dann kam das HD-Ergebnis "D" und ich besuchten keine Ausstellungen mehr. Stattdessen legten wir beide 1985 zweimal die Begleithundprüfung ab. Im Alter von vier Jahren musste Asco operiert werden. Um die Beschwerden, die die HD verursachte, zu beheben, wurden ihm an beiden Hüftgelenken der Muskel pectineus entfernt. Das Herz wurde im Laufe der Zeit ein Problem und 1990, im Alter von 8,5 Jahren musste er eingeschläfert werden.
Im November 1988, als Asco sechs Jahre alt war, zog ein neuer
Welpe bei mir ein, Ben von Hombrechen. Er war ein schlanker, agiler Rüde mit einer gewinnenden Art. Mit ihm bin ich von der Welpenzeit an nach Halver zur damaligen OG gefahren, um die Erziehungsfehler (Geschlechtsgenossen) wie bei Asco zu vermeiden. Leider fehlten ihm beide M3 und Ausstellungen waren dadurch nicht möglich. Im Oktober 1991, Ben war gerade 3 Jahre alt geworden, wurde er von einem Auto angefahren und war sofort tot. Es war ein Drama, denn zu dem Verlust kamen meine Selbstvorwürfe, Schuld an seinem Tod zu sein.
Im Dezember 1991 zog ein neuer Welpe bei uns ein und machte unserer hundlosen Zeit ein Ende. Elfi
Löwe von Bayern wurde unser erster gemeinsamer Hund. Wir nannten sie Eika und haben mit ihr wieder einen typischen Leonberger bekommen. Sie war eine sehr schöne, ruhige Hündin, die selbstbewusst und ein wenig introvertiert daher kam. Wir waren für sie wichtig und fühlten uns von ihr geliebt und beschützt. Eika sollte unsere erste Zuchthündin werden, aber sie hat das ganz anders gesehen. Als sie 4 Jahre alt war, am 27.09.1995 zog sie sich bei einem Sprung über ein Hindernis einen Bänderriss zu. Bei der Operation wurden neue Bänder eingezogen. Der Heilungsverlauf war anfangs zufriedenstellend, stagnierte aber nach mehreren Monaten und eine erneute OP am 23.05.1996 war erforderlich. Zwischen diesen beiden Operationen bekam sie am 24.02.1996 noch einen Magendreher, den sie dank schneller und kompetenter tierärztlicher Hilfe überlebte. Es ging ihr wieder gut, aber drei schwere Operationen innerhalb von nur acht Monaten hinterließen doch Spuren. Ihre Ausstellungskarriere, die bis dahin sehr vielversprechend verlief, war damit auch beendet. Wenn sie vorher ausgestellt wurde (im In- und Ausland), lief sie immer in der Platzierung und wurde auch BOB. Auf der DCLH-Clubschau 1993 in Leonberg gewann sie den Titel „Clubsiegerin“. Am Vortag bestand sie die BH-Prüfung. Im Oktober 2000 mussten wir sie einschläfern lassen. Was es genau war, wissen wir nicht.
Winja vom Loh, die wir Wicki nannten, wurde 1993 geboren und kam als zweite Hündin zu uns als Eika 19 Monate alt war. Sie war ein „Friedensengel“, nur keinen Streit, immer freundlich und Streicheleinheiten egal von wem. Sie war der ideale Zweithund. Ausstellungen waren nicht ihr Ding, obwohl sie in der Jugendklasse auch mal ein Sg1 bekam. 1995 bestand sie die ZTP und auch die BH-Prüfung. Am 15.08.96 bekam sie unseren A-Wurf mit vier Welpen, von dem der Rüde Asco bei uns blieb. Wicki war nie krank, aber wir hatten immer die Sorge, dass sie die Krankheit ihres Vaters bekommen könnte. Es erging ihr leider ebenso wie auch einigen anderen seiner Nachkommen. Sie erkrankte an Knochenkrebs. Es dauerte nur wenige Wochen von der Diagnose bis zum Einschläfern. Als Medikamente nicht mehr halfen und Asco ihr zu allem Überfluss noch gegen das Bein gesprungen war, ging nichts mehr. Es war im August.2000, Wicki wurde nur 6,5 Jahre alt und starb sechs Wochen vor Eika.
Asco von Halvara war ein „Schreikind“ und blieb unser „Sorgenkind“. Ich habe mich in ihn verguckt und das war gut so. Er entwickelte ab dem 4. Monat Angst vor Menschen, was sich in der folgenden Zeit immer mehr verstärkte. Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft um Veränderungen bei ihm zu erreichen, aber letztendlich mussten wir ihn so nehmen wie er war. Wir haben unglaublich viel durch und mit ihm gelernt und unser Leben auf ihn ausrichten müssen. Aber Asco war, wenn er angstfrei sein konnte (keine fremden Menschen in der Nähe), ein toller, ehrlicher Hund, der in keiner Weise unterwürfig war und mit großer Liebe an uns hing und wir an ihm. Ausstellungen konnte er nicht aktiv besuchen, denn bei so vielen Menschen hätte er nur mit eingezogener Rute im Ring gestanden. Aber da die Menschen mit Hund in seinen Augen die „besseren Menschen" waren, haben wir ihn mitgenommen. (Asco allein zu Hause wäre auch nicht gegangen). Auf dem Hundeplatz der OG Halver, den er von Welpenbeinen an kannte, war er relativ entspannt und es machte uns beiden Spaß an den Übungsstunden teilzunehmen. Asco war ein harmonisch gebauter nicht sehr großer Rüde mit vielen dunklen Haarspitzen und hochgezogener, tiefschwarzer Maske. Seine HD-Auswertung erbrachte ein schlechtes Ergebnis, es war HD: D.

Asco Eika Wicki
Nach unserem Umzug im Herbst 2000 ins Emsland verbrachte er die besten drei Jahre seines Lebens. Ein Resthof in Alleinlage, keine Menschen auf den Spaziergängen, das war es, was er brauchte. Er gewöhnte sich im Laufe der Zeit an die jeweiligen Teilnehmer der theoretischen Abende der Hundeschule und legte sich sogar dazu. Der Stress, dem er im Leben ausgesetzt war und besonders in der ersten Hälfte seines Lebens, hinterließ Spuren. Seine Leber und seine Haut machten Probleme, die wir aber über die Ernährung und mit homöopathischer Unterstützung lange unter Kontrolle hatten. Aber Ende November 2003 mussten wir ihn einschläfern lassen, Bindegewebskrebs im Kniegelenk (wie zuvor schon zwei seiner Geschwister). Es war sehr schwer für uns, den richtigen Zeitpunkt finden zu müssen, da Asco seine Schmerzen noch sehr gut verdrängen konnte. Die Zeit ohne Leonberger war dieses Mal kürzer, da wir schon vor seinem Tod einen Welpe in Holland ausgesucht hatten, der Ende Dezember zu uns kommen würde.